Selfbondage

Wer keinen Bondage-Partner hat und sich selbst fesseln möchte, für den ist Selfbondage das Mittel der Wahl. Dabei geht es darum, dass du dich selbst fesselst und später dann auch wieder selbst befreist. In diesem Ratgeber möchte ich meine Erfahrungen mit Selfbondage mit dir teilen und zeige dir, welche Selfbondage-Techniken es gibt und worauf du achten musst.

Arten von Selfbondage

Je nachdem, welchen Aufwand du betreiben musst, um die von deiner Selbstfesselung wieder zu befreien, gibt es zwei Arten von Selfbondage:

  1. Soft-Selfbondage
    Bei dieser Selfbondage-Art fesselst du dich so, dass du dich mühelos wieder selbst befreien kannst. In der Regel ist bei dieser Fesselung immer mindestens ein Arm und die Hand verfügbar, um die Fesselung wieder zu lösen. Für Anfänger ist diese Selfbondage-Art die sicherste Variante. Dabei kann es auch nicht passieren, dass sich ein Selfbondage-Schloss plötzlich nicht mehr öffnet, denn du verwendest sie hier einfach nicht.
  2. Strikt-Selfbondage
    Richtige Bondage-Liebhaber mögen es, so stramm gefesselt zu sein, dass sie selbst nicht mehr aus der Position heraus kommen. Hierbei fesselst du dich bist zu einem bestimmten Punkt, wo nur noch eine Hand frei ist. Und auch diese wird gefesselt, und zwar mit einem zeitverzögerten Schloss. Solange du nun gefesselt bist, gibt es kein Entkommen, bis sich das Schloss öffnet. Allerdings muss dabei eine Notfall-Befreiungsvariante in die Fesselung integriert werden, falls sich das Zeitschloss unerwartet nicht öffnet.

Selfbondage-Fesselung

Wie kannst du dich selbst fesseln? Hierzu brauchst du ein wenig Bondage-Equipment. Dazu gehören Seile, Hand- und Fußmanschetten und Karabinerhaken. Das reicht zum Fesseln oft schon aus. Dann brauchst du etwas, woran du gefesselt wirst. Sicherlich hast du nicht unbedingt ein Andreaskreuz zuhause. Aber es gibt ja noch das Bett oder einen massiven Stuhl. Dort musst du deine Fesseln erst einmal vorbereiten. Beispielsweise am Bett kannst du ein paar Seile so fixieren, dass du dich später als "X" wie an einem Andreaskreuz fesselst. Oder hast du einen Haken an der Decke? Der kann auch clever umfunktioniert werden.

Dann fesselst du einfach darauf los. In der Regel wird eine Hand mit dem Notfall-Release verbunden und die andere mit dem echten Release. Bei der Strict-Selfbondage-Variante musst du nun in deiner Selfbondage-Position solange ausharren, bis sich dein normales Release wieder öffnet.

Selfbondage-Befreiungstechniken

Auch wenn das Fesseln noch so geil ist, irgendwann musst du dich wieder befreien können. Daher sollte deine Fesseltechnik keine One-Way-Technik ohne Ausweg sein. Denn es wäre schon blöd, die nächsten Wochen und Monate gefesselt zu bleiben. Stattdessen gibt es ein paar Befreiungstechniken, genauer gesagt, Möglichkeiten, um Schlösser beim Selfbondage wieder zu öffnen.

Befreiung durch Zeitschloss

Die klassische Befreidungstechnik erfolgt durch ein Zeitschloss. Im Sexshop gibt es dazu Eisschlösser. Diese Eisschlösser legst du verschlossen für einen halben Tag in die Tiefkühltruhe. Wenn du das Schloss dann aus der Tiefkühltruhe nimmst, öffnet sich der Mechanismus erst einmal nicht. Erst wenn das Eisschloss wieder aufgetaut ist, löst sich der Schließmechanismus und du kannst dich wieder befreien. Das nutzt man beim Selfbondage aus, sodass du dich mit dem Eisschloss fesselst und erst wenn sich der Mechanismus öffnet, kannst du deine Fesselung wieder lösen. Wem das Eisschloss für Selfbondage zu teuer ist, kann sich auch selbst ein Zeitschloss basteln. Das ist aber ziemlich aufwändig.

Befreiung durch Lösen von Aufgaben

Bei meinen Bondage-Sessions ist es immer ein besonderer Kick, wenn ich Aufgaben lösen muss, um die Fesselung wieder zu lösen. Wenn ein Hodengewicht zum Beispiel stark an den Hoden zieht, hast du einen gewissen Anreiz, deine Fesselung so schnell wie möglich wieder zu lösen. Die Aufgabe sollte aber schaffbar sein.

Hier ein Beispiel: Kaufe dir im Baumarkt eine lange Schraube mit zugehörigen Muttern. Und wenn ich sage lang, dann meine ich das auch so, die Schraube sollte länger als 20cm sein. Dann kommt eine dicke Mutter, die du bist zum Ende verschraubst. Es folgen zwei Enden einer Kette, die durch die Schraube gesteckt werden. Dann kommt die zweite Mutter bis zum Ende über die Schraube. Im Idealfall sind die Kettenenden nun fest miteinander verbunden. Die einzige Möglichkeit, die Kettenenden wieder zu lösen wäre das Entfernen der Mutter der Schraube. Das wird ein wenig Zeit in Anspruch nehmen, genug Zeit für ein wenig lustvolle Qualen.

Notfall-Release

Immer wenn du dich so fesselst, dass du dich selbst nicht mehr befreien kannst, solange das normale Release verschlossen ist, ist ein Notfall-Release notwendig. Das ist also die Plan-B-Befreiungsmöglichkeit, falls etwas nicht nach Plan läuft oder etwas Unerwartetes passiert. Denke daran, dass dein Kreislauf dir plötzlich einen Streich spielen kann. Auch wenn du beim normalen Bondage immer in Topform bist, kannst es beim Selfbondage schnell passieren, dass du dich überschätzt. Sei also immer vorbereitet. Ein Notfall-Release sollte eine Befreiung zu jedem Zeitpunkt ermöglichen und sollte daher auch nur im Notfall verwendet werden. Gerne genutzt werden dazu Gemeinheiten, die du nur im Notfall ausführen musst. Denn es wäre ja blöd, wenn du immer zum Notfall-Release greifst, anstelle auf das normale Release zu warten.

Gerne wird beim Notfall-Release mit Urin gearbeitet. Du musst zum Beispiel mit einem Strohhalm erst ein Glas mit Urin austrinken, bevor du an den Schlüssel kommst. Das bringt aber nur etwas, wenn du es nicht magst, deinen Urin zu trinken. Oder du stellst färbenden Saft auf dein Lieblings-Shirt. Darunter kommt ein Seil mit dem Schlüssel. Ziehst du an dem Seil, versaust du dir dein Shirt. Das ist die etwas "softere" Variante. Auf jeden Fall sollte das Notfall-Release so konzipiert sein, dass du es wirklich als absolute Notlösung betrachtest. Dann steht deinem Selfbondage-Erlebnis eigentlich nichts mehr im Weg.

Quälende Momente

Wie beim normalen Bondage ist das "Einfach-nur-gefesselt-sein" auf die Dauer etwas langweilig. Daher kannst du deine Selfbondage-Session mit einigen fiesen Quälereien kombinieren. Ich bediene mich dabei beim Sexspielzeug aus der SadoMaso-Ecke. Ich zeige dir nun ein paar fiese SM-Toys, die du gut in deine Bondage-Session einarbeiten kannst:

  • Nippelklemmen mit Gewicht: Sie werden angelegt, kurz bevor die Fesselung komplett ist. Das Gewicht zieht die Klemmen nach und nach von den Brustwarzen. Dann kann es passieren, dass die Nippelklemmen vollkommen von den Nippeln rutschen. Das ergibt einen kurzen, aber sehr geilen Lustschmerz.
  • Hodengewichte: Lege ein Hodengewicht an, an welches du noch weitere Gewichte hängen kannst. Eine Parachute ist für diesen Zweck auch super. Baue dir einen Mechanismus, mit dem das zusätzliche Gewicht an den Ballstretcher gehängt wird. Ich werde mal noch einen Ratgeber verfassen, wie das funktioniert. Sobald plötzlich mehr Gewicht an deinen Hoden hängen, wird es dich in die Knie zwingen. Mehr als 5 Kilo solltest du übrigens nicht verwenden. Als Anfänger reichen 100g bis 500g vollkommen aus.
  • Reizstrom: Mit Intimelektroden kannst du dich stimulieren oder auch quälen. Viele Reizstromgeräte aus dem Sexshop bieten die Möglichkeit, ein variierendes Zufallsprogramm einzustellen. Andere können an den Laptop angeschlossen werden und reagieren auf den Sound. Da kannst du einen Musiktitel abspielen, der erst sehr leise ist und dann plötzlich lauter und schneller wird. Die laute Phase sollte erst beginnen, wenn du dich richtig gefesselt hast. Dann wird der Reizstrom zur lustvollen Qual. Verwende dabei schön breite Körperelektroden und nimmt ausschließlich zertifizierte Reizstromgeräte. Keine Experimente mit anderem Strom!
  • Es gibt noch weitere fiese Möglichkeiten. Wenn du mehr wissen willst, frag mich einfach.

10 Tabus beim Selfbondage

Folgendes darfst du beim Selfbondage auf keinen Fall machen. Achtest du nicht darauf, kann eine Selfbondage-Session sehr gefährlich werden. Vermeide also strikt alles aus meiner für euch zusammengestellten Liste:

  1. Alkohol und Drogen: Dadurch kannst du nicht mehr schnell reagieren. Das kann beim Selfbondage gefährlich werden.
  2. Offenes Feuer: Auch wenn du es magst, wenn heißes Wachs auf deinen Körper tropft, beim Selfbondage solltest du davon Abstand nehmen.
  3. Seilschlinge: Lege kein Seil um den Hals, das sich fester ziehen könnte. Ein Fesselhalsband ist in Ordnung, da es sich nicht einfach so fester ziehen kann.
  4. Kabelbinder und Tape: Verwende Sie NIEMALS für Bondage-Sessions. Kabelbinder sind sehr schmal und können nicht einfach gelöst werden. Sind sie erst einmal fixiert, musst du sie mit einer Schere aufschneiden. Hinzu kommt, dass sich Kabelbinder immer fester ziehen können und da sie so schmal sind, schneiden sie sich tief in die Haut ein. Daher solltest du weder für normales Bondage, noch für Selfbondage Kabelbinder verwenden. Tape lässt sich auch oft nur mit einer Schere lösen. Beim Selfbondage ungeeignet.
  5. Breath-Control: Bei atmungsreduzierenden Techniken verlierst du langsam die Kontrolle über deinen Körper. Beim Selfbondage musst du aber zu 100% der Herr deiner Sinne sein.
  6. Kein ungetestetes Release! Du wirst dich beim Selfbondages früher oder später wieder befreien müssen. Ein Release, also eine vorbereitete Befreiungstechnik sollte vorher von dir getestet werden.
  7. Immer zweites Notfall-Release einbauen. Was machst du, wenn du wider Erwarten dein Schloss nicht öffnen kannst? Oder es gibt einen plötzlichen Feueralarm, sodass du dich ungeplant schnell befreien musst? Dafür ist das Notfall-Release wichtig.
  8. Rücken schonen: Es ist zwar geil, so fest wie möglich gefesselt zu sein. Aber eine Bitte an dich: Übertreibe es nicht. Deinen Rücken brauchst du später noch.
  9. Notfall-Person: Weihe eine Person ein, dass du Selfbondage betreibst. Auch wenn es dir vielleicht peinlich erscheint, ist es wichtig, dass dir jemand helfen kann, wenn du einen Selfbondageunfall hattest. Vereinbare mit der Person, dass du sie zu einem bestimmten Zeitpunkt anrufst. Bleibt der Anruf aus, weiß deine Kontaktperson, dass irgendetwas schief gelaufen ist und sie kann dir im Notfall helfen. Diese Person sollte auch einen Schlüssel zu deiner Wohnung haben.
  10. Nicht übertreiben: Es macht zwar Spaß, lange in einer quälenden Fesselposition auszuharren. Doch ab einem gewissen Punkt ist dann auch Schluss. Wenn du merkst, dass dein Kreislauf nach und nach schlapp macht, dann wird es spätestens jetzt Zeit, dich zu befreien.

Beachtest du all diese Selfbondage-Regeln, kann bei einer Selfbondage-Session eigentlich nichts mehr schiefgehen. Die Regel wurden mir freundlicherweise von meinem Blog-Kollegen "Boundstyle" zur Verfügung gestellt.

Selfbondage ist schon eine sehr feine Sache. Du kannst selbst entscheiden, wann du dich fesseln willst und musst nicht erst warten, bis dein Bondagemaster Bock auf dich hat. Du kannst dich so quälen wie du willst und entscheidest was in welcher Intensität mit dir angestellt wird. Damit ist Selfbondage für alle devoten und unterwürfigen Sklaven unter uns, die ein wenig Zeit mit sich selbst verbringen wollen.

Ich hoffe, ich konnte deine grundlegenden Fragen zum Thema Selfbondage beantworten. Falls du noch weitere Fragen haben solltest, frag mich einfach.

 

Disclaimer: Der Text wurde von mir speziell für dildo.blog geschrieben. Kopieren ist untersagt und auch die Verwendung als Vorlage für Videos oder Ähnliches ist verboten. An alle Textklauer und Copywriter: Fuck you! Durch euch wird meine ehrliche Arbeit denunziert. Möge euch der Blitz treffen.